Wenn sich fünf Jazz-Gitarristen zu einem Quintett zusammentun, kann dabei leicht ein Projekt herauskommen, das sich nur Gitarren-Freaks anhören möchten.
Diesen fünf Jazzgiganten ist jedoch das Kunststück gelungen ein Projekt zu kreieren, das sich nicht ausschließlich auf ihre gitarristischen Fähigkeiten beschränkt, sondern tolle und spannende Musik und keine Gitarristik als Selbstzweck bietet.
Wichtig hierfür sind ausgefeilte Arrangements, Kompositionen und stilistische Vielfalt, der Rahmen also, innerhalb dessen sich virtuose Soli und hohe Gitarrenkunst sinnvoll abspielen können.
Das Zusammenwirken dieser fünf Artisten bewegt sich auf sehr traditionell swingenden Pfaden, und vieles könnte genauso gut aus den 60ern und 70ern stammen, als sich Leute wie Wes Montgomery, Barney Kessel, Jim Hall oder Kenny Burrell emporschwangen, und mit ihnen Larry Coryell, der schon immer in der Premiumklasse spielt.
Ungläubiges Staunen verursachte dieses Quintett bei der Internationalen Jazzwoche in Burghausen, einem der renommiertesten Festivals in Deutschland, im vergangenen Jahr.
Mehrstimmige Chorusse in wahnwitzigem Tempo, reichhaltige Akkordarbeit, improvisatorische Schauflüge in luftige Höhen und swingende, schlagzeugfreie Grundrhythmen begeisterten sowohl das Publikum als auch die Kritiker!
Der im April 1943 geborene Texaner Larry Coryell gehört zu den Pionieren des Jazzrock, war Mitglied im Chico Hamilton Quintett, spielte in den Gruppen von Gary Burton und Herbie Man und gründete 1973 seine eigene Formation „The Eleventh House“. Mit John McLaughlin und Paco de Lucia bildete er 1979 ein Trio bevor er dort nach seinem Ausstieg durch Al Di Meola ersetzt wurde. Bei der Jazztime Hildesheim war er zuletzt 1993 gemeinsam mit Bireli Lagrene zu sehen und zu hören.
Der Belgier Philip Catherine begann im Jahr 1959 seine Profikarriere und spielte mit Lou Bennett, begleitete Dexter Gordon und Stephane Grappelli und ist in den verschiedensten Besetzungen mit Jazzlegenden wie Chet Baker, Benny Goodman Klaus Doldinger und Charles Mingus aufgetreten, von dem er schon 1978 den ehrenvollen Beinamen „Young Django“ erhielt.
Der 43-jährige Paulo Morello studierte das Hauptfach Jazzgitarre am Meistersingerkonservartorium in Nürnberg. Es folgten Studienaufenthalte in New York bei Jim Hall, Peter Leitch, Buster Williams und Attila Zoller.
Es folgten Tourneen mit dem Trio des Organisten Jimmy Smith und der deutschen Jazzlegende Paul Kuhn.
Seit 1999 ist er auch als Dozent an der Hochschule für Musik in Nürnberg tätig.
Andreas Dombert gab bereits über 300 Konzerte als Gitarrist und Keyboarder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit seinen CD-Produktionen „Fliang“ und „Fliang Special Edition“ verkaufte er mehr als 100.000 Einheiten und erreichte mehrere Chartplatzierungen.
Der 51-jährige Helmut Kagerer absolvierte eine Ausbildung an der Jazz Schule München bei Joe Haider. Weiter besuchte er Workshops und Meisterkurse bei Jim Hall, Joe Pass Herb Ellis und Peter Leitch. Daneben arbeitete er mit Musikern wie Clark Terry, Benny Bailey, Arthur Blythe oder Sheila Jordan. 1996 ging er mit Attila Zoller auf Tournee und produzierte u. a. mit Red Holloway, Manfred Krug und Jimmy Cobb.
The Night Of Jazz Guitars bietet eine Fülle an gelungenen Einfällen, die als Ganzes einen abwechslungsreichen Spannungsbogen für den Zuhörer ergeben. Ob er nun Gitarren-interessiert ist oder nicht.
Es stimmt einfach alles in der Night Of Jazz Guitars.